So funktioniert Canvas-Fingerprinting

Businessman placing finger on his smartphone to get access to applications
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So funktioniert Canvas-Fingerprinting

Cookies sind tot, es lebe der digitale Fingerabdruck! Durch das schleichende Ende von Tracking-Cookies lässt sich das Nutzerverhalten nicht mehr so leicht erfassen. Web-Vermarkter haben daran besonders zu knabbern. Allerdings bahnt sich bereits eine Lösung an: Canvas-Fingerprinting schwingt sich zum Nachfolger auf. Dieser digitale Fingerabdruck kann individuelle Nutzerdaten ermitteln, ohne jedoch einen konkreten Bezug zu einzelnen Personen herzustellen.

Diese Daten werden erfasst

Die DSGVO und vergleichbare Gesetze schoben der Erfassung personenbezogener Daten ohne vorhergehende Einwilligung einen Riegel vor. Beim Canvas-Fingerprinting wird hingegen eine Art individueller Fingerabdruck genommen, der sich nach der verwendeten Systemkonfiguration richtet. Per JavaScript gekennzeichnete Canvas-Bereiche werden je nach Betriebssystem, Grafikkarte und -treiber, Schriftartenpaket sowie Browser unterschiedlich angezeigt. Dadurch entsteht ein bis zu 80 % einzigartiger Fingerabdruck, der das Surfverhalten nachverfolgbar macht, sofern im Anschluss keine Systemänderungen vorgenommen werden.

Das Für und Wider von Canvas-Fingerprinting

Ist somit eine perfekte Lösung für die Nachfolge von Cookies gefunden? Tatsächlich erfüllt Canvas-Fingerprinting die Datenschutzanforderungen, keine personenbezogenen Daten zu erfassen. Für die Optimierung von Websites sowie die Schaltung von Online-Werbung ist das gewiss ein Vorteil, denn während Cookies häufig blockiert werden, ist das bei Canvas-Elementen, gerade wenn diese seitenübergreifend eingesetzt sind, oft nicht der Fall. Allerdings ist dieser Fingerabdruck nicht einzigartig. Einerseits kann häufig nicht zwischen zwei Personen, die dasselbe Endgerät verwenden, unterschieden werden. Zudem erschwert die Standardisierung mobiler Hardware und Software das Fingerprinting an sich.

Die Sache mit der Transparenz

Freilich ist Canvas-Fingerprinting keine ganz neue Angelegenheit. Bereits 2014 ermittelte eine Studie über 5.000 Seiten, die mit diesem Tracking-Verfahren arbeiteten, ohne es bewusst festgelegt zu haben. Dafür war ein Vermarkter verantwortlich, der seine Kunden nicht über dieses Vorgehen informierte. Während die EU-Cookie-Richtlinie für den Fingerabdruck eine unfreiwillige, unregulierte Grauzone ermöglicht, werden die Ländergesetze in manchen Fällen deutlicher. In Deutschland muss beispielsweise über die Verwendung von Canvas-Fingerprinting aufgeklärt werden, Widerspruchsmöglichkeit inklusive. Zudem bieten mehr und mehr Browser-Plugins Möglichkeiten, diesen Vorgang zu blockieren. Zwar wird bei Cookies deutlich stärker gemauert, aber auch das könnte beim Fingerabdruck nur eine Frage der Zeit sein.

Die pinzweb Werbeagentur klärt Sie stets über Tracking-Methoden auf und stellt ausschließlich transparente Hinweise über verwendete Technologien samt Opt-in und Opt-out bereit. Wir freuen uns bereits, die passende Lösung für Ihr Angebot im Rahmen eines kostenloses Beratungsgesprächs zu ermitteln!

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